Hilfe, die Herdmanns kommen!

 

 

Hilfe, die Herdmanns kommen!

Eine Inszenierung für 2 Schauspieler und 5 Musiker von Barbara Robinson, ab 8 Jahre


Zwei Dinge gibt es immer wieder: Das Krippenspiel zu Weihnachten und eine Familie wie die Herdmanns. Wer die Herdmanns noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass er Glück gehabt hat, denn die fünf Kinder diskutieren mit ihren Fäusten, werden automatisch jedes Schuljahr versetzt (weil kein Lehrer sie zweimal haben will oder zwei von ihnen in einer Klasse) und es kann schon mal passieren, dass die Kirche in Flammen aufgeht. Wenn Krippenspiel und die Herdmanns aufeinander stoßen, dann passiert etwas, an das man nicht einmal im Traum gedacht hat: Dann versteht man die Sorgen der Heiligen Familie und die Weihnachtsbotschaft kommt ganz nah.

Zur Inszenierung

Was Barbara Robinson in unnachahmlicher Weise mit Worten erzählt, wollen wir in der Inszenierung mit atemberaubenden Musikarrangements von Klassik bis Hardrock, mit Instrumenten von Piano bis singende Säge, mit Sprache, Gesang und Komik dargestellt.
In einem Spiel über Erwartungshaltungen und Vorurteile kommen die „schrecklichen“ Herdmanns im Frack daher und spielen klassische Musikinstrumente. Als Gruppe sind sie stark, pöbeln und bedrohen alle anderen. Im Rollentausch mit den Schauspielern offenbaren sie neben ihrer musikalischen Seite die anderen Facetten ihrer Charaktere. Dann ist es Eugenia Herdmann, die wie eine Löwin um das Leben des Christkindes kämpft; Ralf Herdmann prangert die Ungerechtigkeit an, dass ein Bösewicht wie Herodes weiterleben darf und die Herdmannschen 3 Könige bringen wirklich überlebenswichtige Geschenke.

 

Hilfe, die Herdmanns kommen!

Inszenierung des Theater Kontra-Punkt in Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester Freiburg

ab 8 Jahre

Regie
Annette Bieker
(Frank Schulz)

Dramaturgie
Thalia Kellmeyer

Bühne, Kostüme, Zeichnungen
Jan Kocman

Musik
Bremer Kaffeehaus-Orchester

Violine
Maia Koberidze

Saxophon
Frieder Richter

Violoncello
Tomohisa Yano

Klavier
Mihai Grigoriu

Kontrabaß
Antal Papp

Fotos
Sitó, Klaus Fischer, Maurice Kobel

Meinungen

 

Weihnachtlich, aber wild
(...) Mit Sturmfrisuren und Tattoos sind die Musiker trotz schwarzer Fracks eindeutig auf Krawall gebürstet – und sabotieren je nach Figurencharakter das Geschehen mit einem Mix aus Polka, Rock und Klassik, schrägen Tönen und eindeutigen Gesten. Das widerspricht dem biederbraven Gemeindesaal – Atmosphäre von Anfang an mit Witz, zumal die Bande sich auch sofort die Hauptrollen unter die verdreckten Nägel reißt
(...)
Viel Tohuwabohu also. Dabei verzichtet man weitgehend auf Requisiten und großen Bühnenzauber und setzt stattdessen auf die Erzählkraft der Musik, viel Körperspiel und lustige Regieideen. All das funktioniert famos. Und als die Herdmanns schließlich wie Flüchtlinge mit Zigarre und Möhren andächtig um ihren Müllstall kauern und Eugenia ein \"He, euch ist ein Kind geboren!\" in den Zuschauerraum schmettert, da wird es noch richtig weihnachtlich im Werkraum. Unbedingt sehenswert!

"(...) Aber, wie es sich für ein Kinderstück gehört, gibt es ein zwar ungewöhnliches, aber doch sehr anrührendes Krippenspiel, obwohl der Pfarrer es erst ganz absagen wollte. Fetzig und lebhaft bringen die sehr guten Akteure das Geschehen auf die Bühne, so dass sich auch die erwachsenen Begleiter gewiss nicht langweilen.(...)"

"(...) Der Gedanke, jedes der ungezähmten Herdmannkinder, die wohlerzogene Sprößlinge terrorisieren, einem Bremer Kaffeehaus-Orchester zuzuordnen, ist bestechend schön (...)"

"(...) Die wilde Eugenia wird durch den Saxophonisten symbolisiert. Das Cello alias Olli zeigt beeindrucken, wie Schnodder elegant mit dem Rosshaarbogen aus der Nase in die Welt befördert wird. Eine hübsche Dosis Ekel, genau wie sie junge Zuschauer gern genießen. Die eigenwillige Hedwig wird durch die Geige ausdrucksstark verkörpert (...)"

"(...) Damit naht der vorläufige Höhepunkt, denn Annette Bieker stimmt als Eugenia den "Virgin-Mary-Song" an, den sie erst als Opernarie, dann als Swingstück, Rap und schließlich-sensationell- als Hardrock-Version inklusive Haare-Schütteln vorträgt. Das Publikum klatscht und schnippt im Takt und lacht sich schier kaputt.
Neben der musikalischen Leistung verdienen die aufwändige, teils akrobatische Choreographie ebenso ein Lob wie die vielen originellen Details: ein Messer im Hosenbein von Kleingangster Ralf, eine Piccoloflöte als Handy-Ersatz, statt Myrrhe eine Möhre (...)"

"(...) Das Theater Kontra-Punkt präsentiert mit "Hilfe, die Herdmanns kommen!" ein kurzweiliges und schlicht urkomisches (Vor-) Weihnachtsstück mit Tannenbaum und "Stille Nacht" (...)"

Sponsoren

 

Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf  

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