Ludwig Mòr Nan Òran - der große Ludwig der Lieder Ein performatives Konzert über Beethoven, Marx und gälische Lieder

 

 

Ludwig Mòr Nan Òran - der große Ludwig der Lieder

DER GROSSE LUDWIG DER LIEDER - ein kriminologisches Multimedia Konzert
Eine musikalische Entdeckungsreise zu den gälischen Ursprüngen
der „Schottischen Lieder“ Ludwig van Beethovens.

Koproduktion mit der deutsch-gälischen Gesellschaft e.V.

in Kooperation mit der BBC Schottland, GB
und Theater Kontra-Punkt, D

Für ein Konzert reicht eigentlich die Musik, doch in diesem Falle sind die Geschichten hinter der Musik ebenso spannend wie die Musik selbst. Was hat z.B. Karl Marx mit dem Ganzen zu tun? Wieso Gälisch, die Lieder haben doch englische Texte? Mit Filmen, u.a. von der BBC produziert, mit Trickfilmen und Spielszenen unter Anleitung des Kulturwissenschaftlers Michael Klevenhaus gehen wir diesen Fragen nach: Ein Konzert zum Hören und Sehen.

Dann das Jahr 1809
Um diese Zeit wurde es in Europa Mode, „Volksgut“ wiederzuentdecken (Gebr. Grimm). So auch in Schottland. Der Musikverleger und Folklore-Sammler George Thomson schickt einen Brief an Ludwig van Beethoven. Er sammelte 47 schottische Melodien und wollte dieser Musik zu neuer Blüte verhelfen. Er beauftragte die besten Künstler seiner Zeit, diese Lieder zu „restaurieren“: Die Arrangements sollte Beethoven schreiben, die Texte die berühmtesten schottischen Dichter ihrer Zeit: Robert Burns und Sir Walter Scott.

Woher kam überhaupt das plötzliche Interesse des Kontinents an Schottland?
Im Jahr 1762 veröffentlichte Macpherson mit einem Paukenschlag seinen „Ossian“. Europa schwelgte in der ursprünglichen Moral von Heldenmut im Kampf und Großmut im Frieden. Die deutsche Sturm und Drang Zeit stand komplett unter dem Einfluss des singenden, gälischen Barden Ossian. Auch Beethoven besaß eine Ausgabe dieses Werkes.
Heinrich Heine konstatierte, dass der „Herrschaft des Mammonismus“ nur mit einer Rückkehr zu den ideellen Ressourcen des Mittelalters beizukommen sei, das sei die echte, literarische Romantik. Und trotzdem profitierte die Gälisch-sprachige Bevölkerung Schottlands um 1800 nicht von dieser plötzlichen Schottlandsehnsucht.

Kleine Kunstwerke mit großer Vergangenheit
Beethoven nahm seine Lieder ebenso ernst, wie die großen Kompositionen. Er versuchte, strich, setzte neu, und schuf sorgfältig gearbeitete Arrangements schottischer Melodien, die aber, und das konnte Beethoven seinerzeit nicht wissen, noch einen ganz anderen Hintergrund haben:
Einige von Ihnen stammen aus dem gälischen Kulturkreis Schottlands, sind teilweise über 500 Jahre alt und erzählen Geschichten, die bis heute im schottischen Hochland lebendig sind. Sie erzählen von grausamen Schlachten, vergeblicher Liebe und der zauberhaften Schönheit des Landes. Folgen Sie uns in diese Welt der Geschichten um diese Lieder. Woher kommen sie, wer hat sie verfasst und was war der Anlass? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Beethovens anmutiger Zauberin und dem Massaker von Glencoe?

Eine Wiederentdeckung
Der Kulturwissenschaftler, Gälisch-­Sprecher und Künstler Michael Klevenhaus hat sich in jahrelanger Recherchearbeit auf die Suche nach den gälischen Vorlagen der schottischen Lieder Ludwig van Beethovens begeben und ist fündig geworden. Er rekonstruierte die Original-Melodien, die den Beethoven Kompositionen zugrunde liegen. Entstanden ist eine musikalische Entdeckungsreise zu den Ursprüngen der Beethovenwerke.
Aber auch das Schicksal derjenigen, die diese Lieder schufen wird erzählt. Sie wurden im 19. Jahrhundert von ihrem Land vertrieben und ihre Sprache verschwand fast ganz mit ihnen. Dies kam später dann auch einem jungen linken Journalisten in London zu Ohren: Karl Marx. Was er in Schottland sah und hörte, sollte, wie bereits Beethovens Musik vor ihm, in die ganze Welt hinausstrahlen.

Gälische Lieder & Sagen verbinden sich mit klassischer Musik
Beethovens Arrangements der schottischen Melodien werden von Musikern aus Deutschland, Schottland und Österreich in klassischer Weise auf klassischen Instrumenten gespielt und gesungen, und die gälischen Vorlagen traditionell und mit gälischen Texten, kommentiert mit spannenden und unterhaltsamen Geschichten sowie neuen Erkenntnissen um Beethovens Liedbearbeitungen.

Nach unserem Projekt „St. Kilda – Insel der Vogelmenschen“ steigen wir wieder ein in das Schicksal eines kleinen Volkes am Rande Europas. Wir untersuchen die Folgen der unterdrückten gälischen Kultur, der Kommerzialisierung von Kunst und dem Zerbrechen des Gemeinschaftssinns durch den Zerfall der Clanstrukturen. Das Beispiel der Sutherlands wurde für Karl Marx zum Sinnbild für Gewinner und Verlierer der neuen Produktionsmethoden.

Tickets: Kunstpalast Düsseldorf

 

Ludwig Mòr Nan Òran - der große Ludwig der Lieder

Konzept/Idee/wissenschaftliche Recherche: Michael Klevenhaus
Komposition: Ludwig Van Beethoven, Alexander Campbell, Rob Donn MacAoidh u.a., David P. Graham
Texte: Ludwig van Beethoven, Michael Klevenhaus, Karl Marx, George Thomson u.a.
Regie: Annette Bieker, Frank Schulz
Ausstattung: Jan Kocman
Film: BBC, Regie: Friedrich Moser
Video/mediale Kunst - Mio Zajac & Raf Andra
Musiker*innen: TrioVanBeethoven, AT: Franz Ortner, Verena von Stourzh, Clemens Zeilinger
Lorna Anderson, GB (Sopran), Jamie MacDougall, GB (Tenor)
Ensemble Òran is Pìob: Allan MacDonald, Thomas Zöller (Dudelsack), Karen Marshalsay (Harfe)
Màiri MacInnes, Michael Klevenhaus (Gesang)
 

Sponsoren

 

gefördert durch den Fonds darstellende Künste e.V.  

gefördert durch den Fonds darstellende Künste e.V.

 

Düsseldorf Festival  

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Landeshauptstadt Düsseldorf  

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Beethoven Jubiläums GmbH  

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Dt. Zentrum für Gälische Sprache und Kultur  

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BBC Alba  

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